Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Mitgliederversammlung des Sauerländer Heimatbundes
am 26. 08. 2017 in Serkenrode, Gemeinde Finnentrop

Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden

Elmar Reuter

Sauerland Heft 3, 2017


(Es gilt das gesprochene Wort.)

Wir beginnen mit dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres, indem wir in dieser Stunde stellvertretend an zwei Verstorbene denken.

Ich nenne zuerst Hans Claßen, der im Januar im Alter von 63 Jahren verstarb. Er war uns als Vorsitzender der Christine-Koch-Gesellschaft verbunden. Er verstand es mit Sprache umzugehen und andere für Sprache und deren Kraft zu begeistern. Für seine Lyrik wurde er mehrfach ausgezeichnet. Ein besonderes Anliegen war ihm die deutsch-polnische Verständigung auf literarischer Ebene.

Ich erinnere an Karl Falk aus Lennestadt-Hachen. Er ist im Alter von 92 Jahren im Februar von uns gegangen. Er hat sich Jahrzehnte lang für die Förderung der plattdeutschen Sprache eingesetzt und aus unserer Sicht waren die Koordinierung der Plattdeutschen Arbeitskreise im Sauerland sowie die alljährlichen Plattdeutschen Tage mit sein Verdienst. Auf seiner Todesanzeige steht geschrieben:

Min Wiärk op Eeren hewwe iek dohn - un sinn nu sachte Haime gohn

Ich möchte Sie bitten, sich zu Ehren aller verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres von Ihren Plätzen zu erheben.

Herr gib allen unseren Verstorbenen die ewige Ruhe. Lass sie ruhen in deinem Frieden. Amen

Nun zum Tätigkeitsbericht:

Vorstand (3-mal) und Redaktionsstab (4-mal) haben turnusgemäß wie bisher getagt, wobei auffällt, dass die Zahl der Teilnehmer an den Sitzungen des erweiterten Vorstands bisweilen stark rückläufig ist.

Zeitschrift SAUER­LAND

Der Redaktionsstab unter der Leitung von Hans-Jürgen Friedrichs hat in Zusammenarbeit mit der neuen Geschäftsführerin Astrid Geschwinder-Otto und dem technischen Redakteur Hubertus Schickhoff die organisatorischen Abläufe gestrafft, Arbeitshinweise für die praktische Arbeit der Autoren vervollständigt und das Erscheinungsbild weiter aufgewertet, zuletzt durch die Verwendung einer neuen Papiersorte, die insbesondere die Fotos in wahrlich neuem Lichte wirken lässt.

H. J. Friedrichs konnte neue Autoren gewinnen und hat neue Mitarbeiter(innen) für den Redaktionsstab gewonnen.

Der Zuspruch in der Leserschaft und bei Anzeigenkunden ist positiv, so dass wir uns auf dem richtigen Weg sehen.

Danke bei dieser Gelegenheit auch dem Verlag becker-druck in Arnsberg, vor allem „unserem“ Kundenberater Herrn Schmitz, bei denen wir immer bestens beraten und unterstützt werden.


Serkenrode01

Elmar Reuter


Pilgerweg und Pilger-Ausstellung

Trotz aller Schwierigkeiten in der Abstimmung mit den verschiedensten Institutionen ist die Kennzeichnung nun abgeschlossen. Geplant ist, noch einen Flyer aufzulegen, der den Abschnitt beschreibt und darstellt.

Die Anregung aus dem sog. Hawerland in Schmallenberg, alles rund um die Wege und Gebräuche der Jakobspilger mit einer Ausstellung oder gar einem kleinem Museum zu präsentieren, hat sich nach Beratung mit dem Sauerlandmuseum in Arnsberg und dem Westfälischen Museumsamt in Münster, nun in die Idee einer mobilen Wanderausstellung gewandelt, die wir zurzeit weiter bearbeiten. Die Federführung des Projektes liegt bei Josef Lumme. Wer ihn mit Rat und Tat unterstützen kann, ist uns herzlich willkommen.

Apropos Museum und Ausstellung:

Der SHB wirkt auf Einladung des Sauer­landmuseums und des Hochsauerlandkreises mit bei der Vorbereitung einer Ausstellung „Entwicklung des Tourismus im Sauerland“ im neu zu eröffnenden Museum in Arnsberg. Heute ergeht hier schon die Einladung an die Heimat- und Geschichtsvereine und an unsere Mitglieder Exponate und Publikationen anzubieten bzw. beizusteuern, die für das Thema von Interesse sein können. Die Geschäftsstelle wird das gerne aufnehmen.

Regionalpolitik/Energiewende/Windenergie

Zwei aufeinanderfolgende Ereignisse lassen uns erstmal aufatmen:

Der Regionalrat Arnsberg hat auf Antrag der CDU-Fraktion am 06.07.2017 beschlossen:

Die Arbeiten am Sachlichen Teilplan „Energie“ (Windenergie) werden eingestellt. Die Kommunen sollen ihrer gesetzlichen Verpflichtung, Windenergie substantiell Raum zu geben, eigenverantwortlich nachkommen.

Hinzu kommen die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, wonach die rechtlichen Voraussetzungen für Abstände von 1.500 Meter zu Wohngebieten für WEA (Windenergieanlagen) geschaffen werden sollen. Im Landesentwicklungsplan soll die Verpflichtung zur Ausweisung von Windvorrangzonen ebenso wie die Privilegierung der Windenergieerzeugung im Wald aufgehoben werden.

Damit wird der Druck vom Sauerland genommen als Standort von zig industriellen Groß-Windenergieanlagen zu verkommen.

Von Bedeutung ist für den SHB, dass so manche unserer Forderungen zum Thema Energiewende im Koalitionsvertrag NRW auftaucht, als da sind: mehr Marktdesign als Planwirtschaft für die Energiewirtschaft, ganzheitliche Betrachtung der Strukturen über die Energieerzeugung hinaus, innovative Potentiale für Steuerung, Speicherung und Energieeinsparung nutzen, etc.

Wir waren also nicht neben der Sache oder verblendet – wie mancher Kritiker meinte –, sondern es gibt offensichtlich Kräfte in der Gesellschaft, die das als vernünftige Konzepte zum Bestandteil von Tagespolitik machen wollen.


Plattdeutsches Wörterbuch

Dr. Werner Beckmann, Sprachwissenschaftler im Mundartarchiv Sauerland hat mit seinen „Getreuen“ weiter an der Neuauflage gearbeitet und uns den derzeitigen Sachstand berichtet. Auszug aus seinem Bericht: „Aufgenommen worden sind und werden weiter aufgenommen Wörter aus literarischen Texten. Sprache ist stetigem Wandel unterworfen. Deshalb werden auch neue Wörter aufgenommen, auch solche, die aus dem Hochdeutschen oder aus Fremdsprachen stammen, wenn sie zum Wortschatz des jeweiligen Schriftstellers gehören.“ „Vor allem die Aufnahme der zahlreichen unregelmäßigen Formen und der gleichfalls zahlreichen Kontraktionsformen erhöhen die Aktualität des neuen überarbeiteten Sauerländer Wörterbuchs beträchtlich, denn dies ist für die des Plattdeutschen mehr oder minder Unkundigen eine bedeutende Erleichterung zum Verständnis plattdeutscher Literatur aus alter und neuer Zeit. Zurzeit werden die in den Texten gefundenen Stichwörter und Formen in die Vorlage des ursprünglichen Wörterbuches eingearbeitet.“


Serkenrode02

1 Mitglieder der Dorfgemeinschaft stellen die Vielfalt des Vereinslebens dar: „Serkenrode lebendig und liebenswert“.
2 Die Teilnehmer der Mitgliederversammlung verfolgen aufmerksam die gelungene Vorstellung..


Werkstattgespräche

Am 13. 11. findet Werkstattgespräch Nr. 5 in Bad Fredeburg im Musikbildungszentrum Südwestfalen statt, Titel „Kultur ist uns MehrWert – Kulturelles Engagement schätzen, entwickeln, fördern“. (s. Einladung mit weiteren Informationen auf S. 48 in dieser Ausgabe)

Damit eröffnen wir ein neues Themenfeld, das von der selbständigen Arbeitsgruppe in intensiver Vorbereitung kreiert wurde. Wir sind davon überzeugt, dass die Veranstaltung nur ein Anstoß sein wird für eine erste Befassung mit einem Thema, das uns noch einige Zeit beschäftigen dürfte. Mehr dazu in unserer Zeitschrift und in der Werbung für dieses Ereignis.

Unser Reformprozess

In der Frühjahrssitzung des erweiterten Vorstandes gab es nachdenkliche Gesichter als ich mein Vorwort aus der Ausgabe 1/2017 der Zeitschrift Sauerland zitierte, das ich hier auch noch einmal in Erinnerung rufe:

„Und wir werden weiter am Erscheinungsbild des SHB arbeiten müssen, nicht nur an den Äußerlichkeiten. Ich halte den Zeitpunkt für gekommen, dass wir in einem offenen Prozess mit interessierten und engagierten Mitgliedern uns darüber verständigen, wie wir unsere Arbeit in den nächsten Jahren gestalten wollen. Dabei geht es vor allem um die Ressourcen, um Menschen, die wir für unsere Ziele gewinnen können, in welchen Strukturen wir arbeiten wollen, um nicht nur Mitglieder zu gewinnen und zu halten, sondern auch Frauen und Männer quer durch die Generationen, die im wahrsten Sinne des Wortes „mittun“.

Von Dante Aligheri stammt das Zitat:

Der eine wartet bis die Zeit sich wandelt
Der andere packt sie kräftig an –
und handelt
.

Nun, wir meinen in der Tat handeln zu müssen, denn die Mitgliederzahlen sind rückläufig, die Beteiligung an der Mitgliederversammlung ist kontinuierlich sinkend, unsere Finanzen sind nicht nachhaltig auskömmlich, wir müssen uns unserer Stärken bewusst sein und dies mehr in zeitgemäßen Formen kommunizieren, usw., usw... Wir haben mit einigen Veränderungen schon begonnen, aber das wird nach unserer Überzeugung nicht ausreichen. Die Arbeit ruht auf nur wenigen Schultern.

So haben wir uns am 30.04. und 01.05. d.J. in der Abtei Königsmünster in Meschede getroffen und in einem arbeitsintensiven Diskurs die Ergebnisse zusammengetragen, die wir Ihnen heute als Start für eine offene Diskussion und für die Meinungsbildung mit Ihnen, unseren Mitgliedern, anbieten. Das in der Tagung geschaffene Originalprotokoll als Fotodokument im pdf-Format finden sie auf unserer Homepage.

Wir haben in dieser Klausur vier Säulen für ­einen Reformprozess gebildet, mit den Titeln

• Mitgliederentwicklung

• Arbeitsstrukturen optimieren

• Stärken systematisieren und nutzen

• Öffentlichkeitsarbeit

Das Ergebnis unserer Klausurtagung in Meschede zeigen die Plakate hier im Tagungsraum. Wir laden Sie ein, mit Vertretern(innen) aus unserer Runde die Inhalte zu diskutieren. Das ist den ganzen Tag über möglich, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Sie finden sog. Moderationskarten auf denen Sie ihre Ergänzungen, Kritik, etc. formulieren und anheften können. Wenn Sie mitarbeiten wollen, dann können Sie Ihre Rückmeldung ebenfalls auf eine Moderationskarte schreiben, diese anhängen oder auch uns vertraulich zukommen lassen.

In Kürze werden alle Mitglieder diese Plakate als Sonderdruck in handlicher Form ins Haus bekommen – verbunden mit dem gleichen Appell zu Kritik und Mitarbeit.

Parallel dazu wird die Lenkungsgruppe den derzeitigen Stand und die nächsten Schritte alsbald beraten. Während des Verfahrens wollen wir alle Mitglieder auch weiterhin mit Sonderinformationen zum Reformprozess versorgen.

Unser sehnlicher Wunsch ist, dass die „Zentrale Erkenntnis“ auf dem 1. Plakat mit der Darstellung der 4 Säulen verstanden wird und das Engagement für unser Sauerland auf breitere Schultern und mehr Köpfe übertragen werden kann.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und gebe Gelegenheit zur Aussprache zu diesem Bericht.

Fotos (Ausschnitte): Hildegunde Loth


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