Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke


Fünf Tage im Sauerland – ein studentischer Exkursionsbericht

Lisa Berger und Anna Muhrmann

FünfTage01

Die Exkursionsgruppe mit ihren Gesprächs- partnern vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Wormbach Foto: Katja Lutter,Kur und Freizeit GmbH Schmallenberger Sauerland

Vierzehn Studierende der „Landschaftsarchitektur und Umweltplanung“ an der Leibniz Universität Hannover bereisten vom 29. August bis zum 2. September das Sauerland und befassten sich in den Kommunen Lennestadt, Kirchhundem und Schmallenberg mit Gewässerökologie, Naturschutz und Denkmalpflege sowie mit ländlicher Kulturarbeit, Tourismus, Dorf- und Regionalentwicklung. Die gesamte Exkursion erfolgte per Bahn und Bus mit dem Schöner-Tag-Ticket NRW und mit dem dreitägigen Urlaubsticket der VWS (Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH) – oder zu Fuß.

Mit ihrer Dozentin Roswitha Kirsch-Stracke besuchten die jungen Leuteam am ersten Tag den Fachbereich Fischereiökologie des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) in Kirchhundem-Albaum. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erläuterten die Aufgaben des Amtes und führten durch die Fischzuchtanlagen. Interessant waren Details über das Wanderfisch-Programm und wie bestimmte Fischarten natürlicher Fließgewässer durch Zucht und Monitoring (hier: langzeitige Beobachtung und Überwachung) in heimischen Gewässern wieder angesiedelt werden können.

Anschließend stand ein Einkauf im Albaumer Dorfladen „Aldo“ an. Hier besorgten die Studierenden Lebensmittel für ihren fünftägigen Aufenthalt. Albrecht Sandholz, Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Fördervereins, stellte anschaulich die Herausforderungen und Erfolge dar, die mit der Eröffnung des Dorfladens einhergingen. Die Studierenden zeigten sich sehr beeindruckt vom Mut und vom Ehrgeiz derjenigen, die den Dorfladen vor nunmehr fünf Jahren ins Leben riefen.

Nach einem langen Tag wartete die charmante Rucksackherberge in der Ortsmitte von Heinsberg auf die Gruppe. Eigentümer und Betreiber Christoph Henrichs, auch Vorsitzender der Dorf AG Heinsberg, berichtete über die Geschichte des über 200 Jahre alten Fachwerkhauses sowie dessen Umnutzung zur Herberge im Jahr 2000. In der Selbstversorgerküche wurde das Abendessen gemeinschaftlich vorbereitet, und der erste Tag konnte gemütlich ausklingen.

FünfTage02

Die Studentinnen Lisa Berger und Vera Akimova beim Jäten an der Peperburg in Grevenbrück
Foto: Anna Muhrman, Hannover

Früh am nächsten Morgen fuhren die Studierenden nach Grevenbrück, wo Engelbert Stens und Manfred Kuhr vom örtlichen Heimat- und Verkehrsverein durch das Museum der Stadt Lennestadt führten. Schwerpunkt war dabei die Geschichte der mittelalterlichen Peperburg. Anschließend erfolgte der Aufstieg zur Ruine Peperburg, wo die Gruppe Mauerpflege durch selektives Jäten betrieb: Gehölze, die die Mauer durch ihr Dickenwachstum sprengen könnten, wurden entfernt, standorttypische krautige Pflanzen durften weiter wachsen. Alle Mauerpflanzen wurden erfasst, botanisch bestimmt und notiert. Die Studierenden stellten fest, dass das Jäten an den Mauern etwas öfter ausgeführt werden sollte als dies bisher der Fall ist, um die Ruine besser zu erhalten. Zur Belohnung für den Arbeitseinsatz gab es ein leckeres Mittagsessen: Erbsensuppe mit Würstchen. Nachmittags fuhr die Gruppe durch das Veischedetal nach Bilstein. Hier wartete Günter Sagafe, Mitglied im Verein „Landschaft lesen lernen in Südwestfalen – Netzwerk Kulturlandschaftsführer/innen e.V.“. Der ehemalige Jugendherbergsvater führte zur Burg Bilstein hoch, erläuterte deren Geschichte und erkundete mit den Studierenden die Spuren der terrassierten Gartenanlagen am Burgfelsen. Über die Hohe Bracht ging es zurück nach Heinsberg.

Am Mittwoch besuchte die Gruppe das Holz- und Touristikzentrum in Schmallenberg. Hier gab Projektleiterin Susanne Falk eine Einführung in das REGIONALE-Projekt „Wege zum Leben. In Südwestfalen“. Die darin deutlich werdende Akzeptanz und Offenheit der sauerländischen Bevölkerung gegenüber fremden Kulturen und Religionen beeindruckten die Studierenden besonders.

Im Anschluss wanderte die Gruppe über den Berg nach Wormbach, wo sie unter anderem Johannes Tigges und Annette Gerbe, Verein Hawerland e.V., Andreas Dicke, Technischer Beigeordneter der Stadt Schmallenberg sowie Pfarrer Georg Schröder, Dechant des Dekanats Hochsauerland-Mitte, trafen. Themen der Gespräche waren die Dorferneuerung und die Umgestaltung des Dorfmittelpunktes. Hierzu sollten acht Studierende im Rahmen eines Wochenstegreifs (einer einwöchigen Studienarbeit im Anschluss an die Exkursionswoche) in Zweiergruppen jeweils ein Konzept erarbeiten.

Johannes Tigges hielt einen spannenden Vortrag zur Wormbacher Kirche und zur mystischen Geschichte des Ortes. Anschließend konnten der Ort und seine Umgebung eigenständig erkundet werden. Einige Studierende beschäftigten sich mit der alten Kirchhofmauer. Hier wurde, wie am Tag zuvor, selektiv gejätet und festgestellt, dass eine Sanierung und bessere Pflege der Mauer dringend erforderlich ist, um die historische Umfriedung des Kirchhofs zu bewahren. Die Ergebnisse des Wochenstegreifs wurden Ende Oktober in Wormbach präsentiert1. Für die abendliche Rückfahrt nach Heinsberg musste ausnahmsweise auf drei freundliche „Privattaxis“ zurückgegriffen werden.

FünfTage03

Gemütliche Kaffeepause auf dem Vorplatz des Kulturguts Schrabbenhof in Kirchhundem-Silberg
Foto: Anna Muhrman, Hannover

Am Donnerstag ging es von Heinsberg aus per Bus nach Wirme und von hier aus zu Fuß nach Silberg, wo die Gäste im Kulturgut Schrabbenhof herzlich von Ulrike Wesely, der Initiatorin von MuT Sauerland e.V., begrüßt wurden. Die Entstehung und Entwicklung des Kulturguts wurde als Beispiel aus dem „Museumsentwicklungsplan Kreis Olpe“ kennengelernt, mit dem sich die Gruppe schon bei der Exkursionsvorbereitung befasst hatte. Vor Ort beeindruckte besonders die aktuelle Arbeit mit jugendlichen Einheimischen und Flüchtlingen. Eine Kaffeetafel mit frischen Waffeln aus dem Café des Kulturguts rundete den Besuch ab. Einige Studentinnen kauften Erinnerungsstücke in der „Trödelscheune“ von MuT-Junior, einem Kinderprojekt von MuT Sauerland e.V..

Danach wanderte die Gruppe durch das Naturschutzgebiet Dollenbruch vorbei an der Vorspanneiche nach Brachthausen. Auf dem Weg wurden Spuren des Bergbaus und besondere Biotope des Schutzgebietes, wie Orchideenwiesen und Niederwälder, angesprochen.

Am letzten Tag blieb genügend Zeit, um das Dorf Heinsberg entlang der ehemaligen Eisenbahnlinie zu erkunden. Drei Studierende entwickelten jeweils in einem Tagesstegreif Vorschläge zur Freiraumgestaltung rund um die Rucksackherberge.

Zum Abschluss der Exkursion wurden die Eindrücke der Woche gemeinsam besprochen. Die Studierenden zeigten sich begeistert von den im Sauerland verbrachten fünf Tagen. Am meisten beeindruckten sie das große bürgerschaftliche Engagement für die Entwicklung der Orte, Kommunen und Kreise sowie die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Menschen im Sauerland.


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