Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Der Erntekranz war in jedem Fall ein Blickfang
Brauchtum – ein kulturelles Phänomen im Wandel der Zeit

Mathilde Rischen

Erntekranz

Erntekrone im Museum Eslohe.
Foto: Franz-Josef Huss

Ein fester Bestandteil des ländlichen Brauchtums ist das Binden des Erntekranzes, heute vielfach der Erntekrone.
 
Nach dem Ersten Weltkrieg griff man in einigen Dörfern die bis dato noch spärlich verbreitete Tradition, einen Erntekranz zu bänden, als Gemeinschaftsarbeit auf. Der aus den vier Getreidesorten Gerste, Weizen, Hafer und Roggen gebundene und mit bunten Bändern geschmückte Kranz wurde zum Erntedankgottesdienst in die Kirche gebracht. Auch ein öffentliches Erntedankfest wurde gefeiert, dem manchmal ein Umzug vorausging. Der Erntekranz war in jedem Fall ein Blickfang. Selbst auf Bauernhöfen ging man dazu über, auf den letzten mit Garben beladenen Leiterwagen am Wiesenbaum einen Kranz zu befestigen. Nicht zuletzt die Kinder des Bauern und seiner Mitarbeiter hatten große Freude, denn es war ihnen erlaubt auf das Fuder zu klettern. Auf dem Hof angekommen, bekam der Kranz einen Ehrenplatz. Man nagelte ihn an das Scheunentor oder hängte ihn unter dem Falldach auf. Von den Spatzen bald entdeckt, flogen diese zwischen Gebüsch und prall gefüllten Ähren um sich zu sättigen.

Ein Erntekranz hat Symbolkraft ohne Anfang und Ende soll er an die Ewigkeit, Unendlichkeit, erinnern. Die vielen gebundenen Ähren sind für den Menschen Zeichen der Abhängigkeit von der Natur.

Inzwischen ist es üblich, auf dem schlichten Erntekranz eine Krone zu wickein. Das Gebinde wirkt dadurch pompöser. Ein Kranz ist Sinnbild von Macht, im Fall der Erntekrone wird an die Macht der Naturgewalten erinnert.

Wollte man den vier Bögen bzw. Streben eine jeweilige Bedeutung zusprechen, könnte diese entsprechend für folgende Werte stehen:
Hoffnung – auf weitere Aussaaten
Sorge – um Gedeihen
Glaube – des Bauern an seine Arbeit und
Dank – für die gute Ernte.

Auch die bunten Bänder, mit der die Erntekrone geschmückt wird, haben ihre Bedeutung:
Gelb steht für Sonne und Getreide;
Grün für Natur, Landwirtschaft und Blätter;
Rot für reife Früchte und Mohn;
Blau für Himmel, Wasser und Kornblumen:
Braun für Erde und Brot.

 
Seit nahezu 25 Jahren überreichen Landfrauen dem Landrat des HSK im Kreishaus die Erntekrone. Die Übergabe soll dokumentieren, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Organisationen und der Kreisverwaltung praktiziert wird. Außerdem soll sie hinweisen auf eine intakte Natur und Landwirtschaft und deutlich machen, dass eine qualitativ hochwertige Ernte für Bauern und Bürger unverzichtbar ist.

Erntedank-Gebiärt
Herrgoatt imme Hiemel, hew Dank!
Diu härst fruchtbar maket uese Land.
Van Dui, o Herr, käm ruiker Siägen.
Diu gafftest Sunne, Wind un Riägen
un leitest wassen iut der Äähren
alles, batt vui briuket,
ümme satt te wären.
Herrgoatt imme Hiemel, hew Dank!
Mak fruchtbar äok ueser Seule Land,
lott üewer Aarbett, Drinken, Iärten
de Soarre ümmet »Euwige«
ues nitt vergiärten.
Mak frui datt Hiärt van Neid un Hassen,
an Geustesgawen lott ues wassen.
Giew Hunger noo Gerechtigkeit,
Bescheuenheit un Mötigkeit.
Rechtschappenen Sinn
well in ues mähren,
un lott ues säo — viell früemer wären.

 

Erntedank-Gebet
Herrgott im Himmel, hab‘ Dank!
Du hast fruchtbar gemacht unser Land,
Von Dir, o Herr, kam reicher Segen.
Du gabst Sonne, Wind und Regen
und ließest wachsen aus der Erden
alles, was wir brauchen,
um satt zu werden.
Herrgott im Himmel, hab‘ Dank!
Mach fruchtbar auch unserer Seele Land,
lass über Arbeit, Trinken,Essen
die Sorge um das „Ewige“
uns nicht vergessen.
Mach frei das Herz von Neid und Hassen,
an Geistesgaben lass uns wachsen.
Gib Hunger nach Gerechtigkeit,
Bescheidenheit und Mäßigkeit.
Rechtschaffenen Sinn
mögst in uns mehren,
und lass uns so viel frömmer werden.

Josefa Hoffmann

 


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