Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Türen in Menden, 1912

Dr. Theo Bönemann

Türen01

Eine kleine Fotosammlung von Abbildungen Mendener Türen spiegelt Mendener Gebäudegeschichte und Sozialgeschichte wider. Der Gründer des Mendener Museums, Friedrich Glunz, ließ die Aufnahmen im Jahre 1912 durch den Fotographen August Bockelmann anfertigen.
 
Manche Türen sind Kunstwerke begabter Handwerker. Sie zeigen in Details Ähnlichkeiten und verweisen möglicherweise auf denselben Tischler oder Schreiner hin. Die Türen des Adels, der Patrizier, Händler, Ackerbürger, Handwerker, Tagelöhner und des Müllers repräsentieren wichtige Hauptgruppen Mendener Gebäudeformen. Das Alter der Türen stimmt nicht immer mit dem der Gebäude überein, da sie wegen Verschleißanfälligkeit gelegentlich zu erneuern waren oder an neuer Stelle eingesetzt wurden.
 
Haustüren lassen das Wesen ihres Gebäudes erkennen und bereiten den Besucher auf den Eintritt vor; sie sind gleichsam die Visitenkarte des Hauses. Wertvolles Holz, handwerkliches Können bezeugen den Reichtum des Besitzers und lassen seinen sozialen Stand zum Ausdruck kommen. Allein dank ihrer meist zentralen Position in der Hauswand wird der Tür eine hohe Bedeutung zuteil. Die Breite, die Anzahl der Türflügel, die Anlage im Verbund mit einer Freitreppe und Ruhebänken, verzierte Geländer mit aufwendigem schmiedeeisernen Schmuck, geometrische und florale Muster, einfache Kassettfüllungen, die Symmetrie des Türblattes sowie ihre Beschläge und Türgriffe machen jede der Türen zu einem Schmuckstück der oft eintönigen Hausfront der Profanbauten.
 
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts herrschten in Menden Haustüren in rechteckiger Form vor. Lediglich die Haustüren in älteren Gebäuden waren in Bogenform wie in der Mühle gehalten. Gerade Sturzriegel setzten sich seit etwa 1700 durch. Da seit der Mitte des 18. Jahrhunderts die Geschoßhöhe wuchs, konnte Tageslicht durch die gebräuchlichen Oberlichter in größere Tiefen des Hauses dringen. Durch einfache Holzsprossen, geschnitztes Beiwerk, Glasscheiben in der Form von Kreissegmenten und Rechtecken unterschieden sich die Oberlichter. Manche ließen sich zur Belüftung öffnen und besaßen Seitenfenster zur Belichtung der Flure. Einige Beispiele zeigen bergischen Stil. Zahlreiche Türen mit feststehendem Kämpfer boten bei genügender Breite Platz zum Abstellen einer Flurleuchte.
 
Die Anzahl der Türflügel nahm mit der Zeit ab, wie die an der Bergstraße 6 und an der Hauptstraße 4. Breite und in Drittel unterteilte Türen, in denen der feststehende Flügel bei Bedarf geöffnet werden konnte, waren nicht selten. Das Beispiel einer „Hakentür“ eines Kleinhauses zeigt eine waagerechte Teilung, bei der die untere Hälfte durch Einhaken geschlossen gehalten und die obere zum Lüften des Gebäudes geöffnet werden konnte. Waren die Türen einflügelig, so wiesen sie auf ein jüngeres Entstehungsdatum hin. Die einflügelige Tür besaß Füllungen, von denen meist die untere quadratisch und die obere rechteckig war. Klassizistische Türen zeigen eigene Schmuckformen. Die meisten Türfüllungen aus der Gründerzeit waren mit geometrischen Mustern versehen. In Kassettentüren mit gleich großen Füllungen traten Schmuckelemente zurück. Schließlich waren breite Leisten das einzige schmückende Beiwerk. Zu den Oberlichtern traten gelegentlich verglaste Segmente in den Türblättern äußerst plastische und dominante geometrische Elemente.
 
Das Kranzgesims des Hauses Rothschild – später im Volksmund Kessemeierhaus genannt – wiederholte sich im Fronton als Schräggesims. Auf dem Gestell des Portals mit Halbsäulen und hohem Architrav, einem waagerechten steinernen Sturz der Türöffnung, ruhte eine gerade Verdachung. Die Tür war klassizistisch und zweiflügelig.
 
Der Eingang des wohl ältesten Betriebes der Stadt war durch eine besonders schlichte zweckdienliche Tür mit gedrücktem Spitzbogen und zweigeteiltem Oberlicht mit Holzsprossenwerk gestaltet. Wegen des rauhen Gebrauchs waren die beiden Türblätter des Mühlengebäudes an der Bahnhofstrasse aus wuchtigen Brettern ausgeführt. Dicke senkrechte Bretter als Unterkonstruktion an der Rückseite und schmiedeeiserne Nägel verhalfen zur Stabilität. Unter dem Schlüsselschild mit Schloßkasten befand sich ein schlichter Türgriff mit Wippe.

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(* = wurden durch neue Türen ersetzt)


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