Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Mitgliederversammlung in Wenholthausen

Gudrun Schulte

„Nach langen Jahren kehrt der Sauerländer Heimatbund wieder auf die Dörfer zurück“, so begrüßte Elmar Reuter, erster Vorsitzender, die Mitglieder in der Schützenhalle Wenholthausen. Rund 200 Mitglieder waren der Einladung zur Mitgliederversammlung am 27. August 2016 gefolgt.

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Detlef Lins, Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, erklärte die Arbeit, Aufgaben und Ziele des Naturparks.

Zum Auftakt der Veranstaltung spielte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Frank Schulte. Den Reigen der Grußworte eröffnete Eslohes Bürgermeister Stephan Kersting. „Ich freue mich, dass der Sauerländer Heimatbund sich entschlossen hat, seine Tagung mal wieder in einem kleinen Ort durchzuführen. Wenholthausen ist als touristischer Mittelpunkt ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Wohlfühlgemeinde Eslohe.“

Der stellvertretende Landrat Ferdi Lenze, selbst langjähriges Mitglied des SHB, nannte den SHB einen Lieferanten der angemessenen kulturwissenschaftlichen Basisforschung zur Regionalgeschichte des kurkölnischen Sauerlandes: „Ohne ihre Beiträge, Ansätze, Theorien und Paradigmen wäre eine gewisse Beliebigkeit für die Zukunft zu befürchten, gerade weil auch ganz zentrale qualitative Aspekte aus dem Fokus geraten würden.“ Die Zeitschrift SAUERLAND greift immer wieder aktuelle Bezüge zu politischen Fragen mit Bedeutung für die Region auf. „Sie setzen sich für die Erinnerungskultur ein. Das wirkt einer allgemeinen Oberflächlichkeit entgegen.“ Er schätze die große fachliche Kompetenz der Mitglieder. „Ich freue mich, dass die Aktivitäten immer wieder über neue regionale Besonderheiten meiner Heimat informieren, nicht nur heute, sondern kontinuierlich.“ Lenze schätze dieses „Vor Ort-Prinzip“. Die Jahreshauptversammlung sei zugleich eine Art Werkstattbericht, der Trends und Ziele der aktuellen Heimatforschung abbilde.

Stephan Pieper, Vorsitzender des Heimatvereins Wenholthausen, bedankte sich für den Einsatz der Dorfgemeinschaft und berichtet über Aktivitäten des Heimatvereins. Otto Heinemann aus Wenholthausen trug ein plattdeutsches Gedicht von Reinhold Hesse sen. über „Holtsen“ (Wenholthausen) vor.

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Elmar Reuter bei der Begrüßung der Mitglieder

Pastor Volker Staskewitz lobte die Lebendigkeit des Ortes, indem er den großen Zusammenhalt und das Hand in Hand-Arbeiten bei allen Projekten hervorhob. Pastor Jürgen Rademacher von der evangelischen Kirchengemeinde Eslohe-Dorlar gab der Versammlung ein kleines Rätsel auf: Er hielt ein kleine hölzerne Tafel mit der Ziffer 4 hoch. Schnell errieten die Gäste, dass sie aus der Liederanzeige in der ehemaligen Matthäi-Kirche in Wenholthausen stammt, die nach sechzig Jahren als Gotteshaus geschlossen werden musste. „In dieser Kirche haben die Menschen ein Stück Heimat gefunden, eine Glaubens-Heimat. Ich empfinde es als Geschenk, dass diese verlorene Heimat nun in Eslohe ist, der letzten verbliebenen evangelischen Kirche in der Gemeinde. Heimat ist immer ein Geschenk, egal wo.“

Im Tätigkeitsbericht 2015 ging Elmar Reuter u. a. auf Folgendes ein: „Es war eine Zeit der Netzwerkarbeit und der Kooperationen, wie sie nach meiner Überzeugung für die Zukunft unseres Verbandes – aber auch für die Zukunft des kurkölnischen Sauerlandes wichtig sind und wichtig sein werden. Unsere Vorstellungen auch in andere Organisationen und Vereinigungen einzubringen und zugleich, mit ihnen, das Sauerland nach vorn zu bringen hat uns veranlasst, als eines der Gründungsmitglieder dem neuen Zweckverband Naturpark Sauerland-Rothaargebirge beizutreten wie auch dem Förderverein Musikbildungszentrum Südwestfalen in Bad Fredeburg. Wir haben uns auch dazu entschieden, für drei Jahre das Projekt Wege zum Leben – Spiritueller Sommer finanziell zu unterstützen
Zum Begriff „Südwestfalen“ habe man keine Berührungsängste, sondern sehe das kurkölnische Sauerland als eines der großen Häuser, auf das Südwestfalen aufbaue. Man habe gute Erfahrungen bei der direkten Zusammenarbeit mit der Südwestfalen Agentur in ihrer neuen Aufstellung gemacht. Das solle fortgesetzt werden ohne die Identität und den Begriff „kurkölnisches Sauerland“ aufzugeben. Die Teilnehmer an den Werkstattgesprächen hätten von der Zusammenarbeit schon profitiert. Bei den Werkstattgesprächen konnten die anfänglichen Erfolge in Sachen Inhalte und Teilnehmerzahl gehalten und ausgebaut werden. „Ich wünsche mir, dass man aus dieser offenen Beteiligung neue Mitglieder gewinnen kann, nach der Devise: aus Sympathisanten werden Mitglieder. Der SHB verliere in der Summe aus Altersgründen kontinuierlich Mitglieder, die Neuaufnahmen glichen die Verluste noch nicht aus. Hinzu komme Bedarf an Mitarbeitern für die Plattdeutsche Sprache, im erweiterten Vorstand und in der Redaktionskonferenz der Zeitschrift SAUERLAND. Die Redaktionskonferenz mache nach wie vor gute Arbeit. Es sei gelungen, die finanziellen Grundlagen der Zeitschrift zu verbessern. So konnte zunächst eine Preis- oder Beitragserhöhung vermieden werden.

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Mitgliederversammlung in der Schützenhalle Wenholthausen

Elmar Reuter ging auf weitere Projekte ein. Der Abschnitt des Pilgerwegs Paderborn – Elspe sei im historischen Wegeverlauf gekennzeichnet und der Wanderführer in Arbeit. Er dankte stellvertretend für die AG „Heidenstraße“ dem Ehepaar Schmoranzer und dem Vorstandskollegen Josef Lumme. Der LWL half bei der Finanzierung. Für das Plattdeutsche Wörterbuch werde für die Drucklegung weitere Unterstützung gesucht.
Beim Thema Windenergie gebe es, so Reuter, keine Erkenntnisse, die mehrfach veröffentlichte Position zu ändern. Im Gegenteil: der Widerstand gegen Standorte, die das Landschaftsbild beeinträchtigen, den Abstand zur Wohnbebauung geringer vorsehen als zu dem Vogelhorst einer schutzwürdigen Art seien nach wie vor vorhanden. Dazu kämen neue Schwachheiten, wie die Stilllegung des Pumpspeicherwerk Rönkhausen aus finanziellen Gründen. Ähnlich die Entscheidung mehr Erdverkabelung bei den Höchstspannungsleitungen zuzulassen, die man bisher aus Kostengründen abgelehnt hätte. Niemand der Verantwortlichen wisse wohin die Reise gehe.
 
Wahlen
Bei den Vorstandswahlen wurden sowohl der erste Vorsitzende Elmar Reuter als auch die zweite Vorsitzende Birgit Haberhauer-Kuschel von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Neu zu besetzten war das Amt des Geschäftsführers. Karin Kraft, die das Amt elf Jahre innehatte und „mit Bravour gemeistert und eine runde Leistung abgeliefert hat“, so Elmar Reuter, wechselt vom Fachdienst Kultur/Musikschule in ein anderes Ressort des HSK. Als Nachfolgerin wurde einstimmig Astrid Geschwinder-Otto aus Marsberg-Leitmar gewählt, die nun in den Fachdienst Kultur/Musikschule wechselt.
 
Netzwerk Heimatarchive
Dr. Jutta Nunes Matias und Dr. Thomas Schürmann berichteten in einem Kurzvortrag über das Projekt „Netzwerk Heimatarchive“, eine Initiative der Historischen Kommission des LWL. Es handelt sich, kurzgesagt, um die Idee ein Archivportal einzurichten, um Bestände besser sichtbar zu machen. Damit soll das Dokumentieren und Recherchieren vereinfacht werden.
 
Naturpark Sauerland-Rothaargebirge
Detlef Lins, Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge berichtete über die moderne Naturparkarbeit. 2015 wurde in Schmallenberg der Verein Naturpark Sauerland-Rothaargebirge gegründet. Der Naturpark umfasst die ehemaligen Naturparke Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge, die mit weiteren Flächen zusammengeschlossen wurden. Er ist der zweitgrößte Naturpark Deutschlands.
 
Am Nachmittag brachen die Teilnehmer zu interessanten Exkursionen auf: Betriebsbesichtigung der Fa. Ketten Wulf in Kückelheim, Besuch des DampfLandLeute-Museums Eslohe, Besichtigung der „Heilig-Kreuz“ Kapelle auf dem Eibel und einem Spaziergang durch die renaturierte Wenneaue. Ein Workshop zum Thema Heimatarchive (s. o.) gab es in der Schützenhalle. Den Abschluss des Tages mit einem sehr interessanten Programm bildete traditionell ein plattdeutscher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Cäcilia, zelebrierte von Pater Joachim Wrede aus Schliprüthen.

Alle Fotos: Gudrun Schulte


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