Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Ein Gedenkort an der Sperrmauer des Möhnesees
Heimatverein Möhnesee e.V.

Heft 3/ 2015

GedenkortSperrmauer01

Einweihungsfeier an der Sperrmauer am 17. Mai 2015. Foto: Franz Josef Lahme


Verlegen oder ausweichend waren die Reaktionen, wenn die Sprache darauf kam, zuletzt beim Besuch einer Gruppe Kinder aus Tschernobyl, die in Wamel zur Erholung waren. Sie kamen mit einem großen Blumenstrauß und wollten ihn zum Mahnmal an die Sperrmauer bringen. Es seien doch so viele russische Mütter unter den Menschen gewesen, die damals in den Fluten ertranken. Das Mahnmal fanden sie nicht.

Fast 70 Jahre nach der Katastrophe entschloss sich der Vorstand des Heimatvereins Möhnesee, sich einer seit Jahrzehnten in der Gemeinde Möhnesee versäumten Verpflichtung zu stellen und die Errichtung eines Gedenkortes in Angriff zu nehmen.

Es war eine schwierige Aufgabe, die sich der Heimatverein damit aufbürdete. Doch pünktlich am 17. Mai 2015 - auf den Tag genau 72 Jahre nach der Bombardierung der Sperrmauer - konnte eine 2,60 m hohe und 2,2 t schwere Grünsandstein-Stele enthüllt werden, um künftig dauerhaft sowohl die Bürger als auch die jährlich vielen tausend Besucher an das schreckliche Geschehen zu erinnern: an die 1300 Flutopfer, die abgestürzten Piloten und an die beim Wiederaufbau zu Tode strapazierten Zwangsarbeiter.

Bei allen Opfern - welcher Nationalität sie auch waren - bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: wozu?

Zusätzlich in Edelstahl eingraviert, bieten sich dem Betrachter einprägsame Denkanstöße an.

GedenkortSperrmauer02

Heimatvereinsvorsitzende Frau Cornelia Lahme
bei ihrer Ansprache. Foto: Thomas Brüggestraße

Sie verdeutlichen, dass es dem Heimatverein bei diesem echten Kraftakt um mehr als nur um die Vermittlung von Geschichtswissen geht. Der Gedenkort soll Mahnung und Herausforderung zugleich sein, wo immer es um die Gestaltung der Zukunft geht. Dieses Ziel beherrschten die Akteure, sowohl bei der Erstellung des ausdrucksstarken Kunstwerks als auch in der würdevollen Feierstunde.

Als Projektleiterin und als neue Vorsitzende des Heimatvereins Möhnesee, vor allem auch als Expertin auf dem Gebiet der Gestaltung mit Pflanze und Stein, hat Cornelia Lahme maßgeblich zur Realisierung der im Vorstand intensiv diskutierten Konzeption beigetragen. Nur dank der finanziellen Hilfe von Sponsoren und den Sachspenden von Handwerkern und Firmen konnte die Herausforderung gemeistert werden.

Der Ruhrverband als Grundeigentümer des Geländes hat für den Gedenkort den bestgeeigneten Platz in unmittelbarer Nachbarschaft der Sperrmauer zur Verfügung gestellt und die Arbeit des Heimatvereins unterstützt.

Schon sogleich nach der Einweihung erwies sich das mit Eiben und Rhododendren gesäumte, 100 qm große Rondell als eine Oase der Besinnung mit geradezu magnetischer Anziehungskraft auf die am benachbarten Parkplatz eintreffenden Besucher.

Die vier Reliefs auf der Stele im Zentrum der Anlage zeigen den geborstenen Damm, vor den Fluten fliehende Menschen, von einem Uniformierten bewachte Zwangsarbeiter und als Friedenssymbol die Taube mit dem Ölbaumzweig und eine Mutter mit Kindern. Der Bildhauer Christof Winkelmann, selbst im benachbarten Günne beheimatet, hat mit diesem Kunstwerk seiner Heimatgemeinde zugleich ein selbstredendes Beispiel seines künstlerischen Schaffens gewidmet.

In der Einweihungsfeier, der Wolfgang Bargel (Gitarre) und Kálman Oláh (Violine) eine besondere stimmungsvolle Note verliehen, hatte Cornelia Lahme noch einmal allen Mitwirkenden und Förderern und vor allem dem Ruhrverband, vertreten durch den Leiter der Betriebsabteilung Talsperren und Stausee, Herrn Knotte, herzlich gedankt. Ergriffen lauschten die Teilnehmer den Worten des Gedenkens von Karl Heinz Wilmes, der als Augenzeuge der Katastrophe an die deutschen wie an die ausländischen Opfer erinnerte, bevor man schweigend oder mit einem stillen Gebet auseinander ging
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