Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Der August-Macke-Preis –

zur Gegenwart Mackes im Sauerland heute

Carl-Peter Buschkühle

August Macke wurde am 3. Januar 1887 in Meschede geboren. Aufgewachsen ist er im Rheinland. Die Familie zog schon bald nach seiner Geburt nach Köln, später dann nach Bonn. Einmal noch war Macke im Sauerland, im Jahr 1913 besuchte er zusammen mit seiner Schwester sein Geburtshaus in Meschede sowie das Elternhaus seiner Mutter, eine geborene Adolph, in Velmede. Das Geburtshaus Mackes existiert nicht mehr im Original. Allein seine Taufkirche, die Christus- Kirche in Meschede, ist ein heute noch vorhandener authentischer Ort, an dem er sich aufgehalten hat.

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August und Elisabeth Macke, 1908.

Man könnte also sagen, dass die Bezüge August Mackes zum Sauerland gering sind. Seine Geburt dort ist Zufall. Sein Vater, der Bauunternehmer und Ingenieur August Friedrich Macke, weilte aus beruflichen Gründen in der Stadt Meschede. Er war beteiligt am Bau der Eisenbahn. August Mackes Beziehung zum Sauerland war offenbar nicht sehr ausgeprägt. Es gibt keine Zeugnisse darüber, außer jener Reise im Jahr 1913, die wohl der Neugier auf die Orte der eigenen Herkunft geschuldet war. Und doch hat er Spuren hinterlassen in der Region. Sehr lebendige sogar. Seine Geburt in Meschede war fast ein halbes Jahrhundert nach seinem frühen Tod in den ersten Monaten des 1. Weltkrieges Anlass genug, einen „August-Macke- Förderpreis“ auszuloben. Dieser wurde von den damaligen Landkreisen Arnsberg, Brilon, Meschede und Olpe gestiftet und setzte sich die Förderung junger Künstler zum Ziel. Vergeben wurde der Preis vom „Kulturring für das kurkölnische Sauerland“ dreimal, in den Jahren 1959, 1964 und 1969. Der Gedanke, im Namen Mackes junge Künstler zu fördern, ist naheliegend. Er selbst war bei seinem Tod auf dem Schlachtfeld am 26. September 1914 bei Perthes-lès-Hurlus in der Champagne 27 Jahre alt.

Nach der kommunalen Neugliederung wurde die Vergabe des Förderpreises eingestellt. Der Rat der Stadt Meschede beschloss 1974 auf Betreiben von Michael Schaefer und Hans Liese, fortan den „August-Macke- Preis“ zu vergeben. Dieser war nun nicht mehr als Förderung junger Künstler angelegt, sondern setzte sich die Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern zum Ziel, die mit ihrem Werk eine bedeutsame Position in der Gegenwartskunst markieren. Lange Zeit konzentrierte sich dieser Preis auf Künstler, die einen Bezug zum Land Nordrhein-Westfalen hatten, sei es, dass sie hier geboren sind oder dass sie hier leben und arbeiten. Auch war der Preis zunächst auf Werke im Bereich der Malerei ausgerichtet, dem zentralen Medium, in dem August Macke künstlerisch tätig war. Dies führte unter anderem dazu, dass unter den insgesamt 10 Trägern des August- Macke-Preises der Stadt Meschede mit Fujio Akai und Heribert Friedland zwei ausgewiesene Aquarellisten zu finden sind. Macke hat in dieser Maltechnik, die gegenüber der Ölmalerei in Sammlungen und Museen deutlich weniger präsent ist, Werke geschaffen, die kunsthistorisch seit langem zu den eindrucksvollsten und bekanntesten auf diesem Gebiet zählen. Die Rede ist von seinen Aquarellen auf der Tunis-Reise, die er im April 1914 zusammen mit den Maler-Kollegen Paul Klee und Louis Moilliet unternahm.

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August Macke: Kairuan (III), 1914.

Im Laufe der Zeit wurden die Preiskriterien weiter gefasst. So wurde der Macke-Preis im Jahr 2000 an den Metall-Bildhauer Ansgar Nierhoff verliehen. Damit wurde ein Künstler ausgezeichnet, der neben August Macke wohl der bedeutendste moderne Künstler mit Sauerländer Wurzeln ist. Er wurde 1941 in Meschede geboren und wuchs in Siedlinghausen auf. Nierhoff, der 2010 in Köln starb, gehörte seit den 1970er Jahren zu den führenden Bildhauern in Deutschland. Der letzte Träger des Macke-Preises in der Vergabe durch die Stadt Meschede ist Matthias Weischer. Er verkörpert in ausgezeichneter Weise das neue Profil, das der Preis seit dem Vergabejahr 2005 erhalten hat. Große Namen der neueren Kunstgeschichte befinden sich unter den Preisträgern, so der Hagener Maler Emil Schumacher (1978), dem in seiner Heimatstadt inzwischen ein eigenes Museum gewidmet ist, oder Gotthard Graubner (1987), der Schöpfer der berühmten ‚Farbkissen‘. Das neue Preisprofil greift jedoch den Gedanken wieder auf, im Namen Mackes jüngere Künstler auszuzeichnen. In wunderbarer Weise hat dieses Profil der Gründungsdirektor des Frankfurter Museums für moderne Kunst, Jean-Christophe Ammann, zum Ausdruck gebracht: „Wir zeichnen diejenigen aus, die die Zukunft in sich tragen“. Der in Elte/Westfalen geborene Weischer ist ein solcher Preisträger. Als er den Preis bekam, war er 32 Jahre alt. Damals war er als Vertreter der sogenannten und inzwischen weltberühmten ‚Neuen Leipziger Schule‘ gerade dabei, seinen Durchbruch als Maler zu schaffen und seine Position in der Gegenwartskunst zu markieren.

Seit 2008 wird der August-Macke-Preis durch den Hochsauerlandkreis vergeben. Verbunden mit dieser Veränderung ist eine beträchtliche Aufstockung des Preisgeldes von 5.000 auf 20.000 €. Dies kommt zustande durch das Engagement mehrerer Förderer. Neben dem Kreis sind es die Brauerei Veltins, die Sparkassen im Hochsauerlandkreis, die westfälische Provinzial sowie die Annegret und Hans-Richard Meininghaus Stiftung. Wie zuvor auch, wird der Preis alle drei Jahre vergeben. Die Jury setzt sich jeweils aus drei Vertretern des August- Macke-Kuratoriums, des Hochsauerlandkreises und externer Fachleute zusammen. Stimmberechtigt ist neben diesen und den Kuratoriums-Vertretern der Landrat des HSK oder sein Stellvertreter. Bei der letzten Jury- Sitzung, die am 20. Februar 2014 im Städel- Museum in Frankfurt am Main stattfand, war der Landrat, Dr. Karl Schneider, selbst anwesend. Gastgeber war Max Hollein, Direktor des Städelmuseums, der Kunsthalle Schirn sowie der Skulpturensammlung im Liebighaus Frankfurt. Neben ihm konnten Dr. Hermann Arnhold, Leiter des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kultur in Münster, sowie Dr. Taifun Belgin, Direktor des Ernst- Osthaus-Museums in Hagen, für die diesjährige Jury gewonnen werden. Die Mitwirkung hochkarätiger Fachleute aus dem Kunstbetrieb an der Auswahl des Preisträgers ist von großer Bedeutung. Der August-Macke-Preis gehört inzwischen zu den gutdotierten und renommierten Kunstpreisen in Deutschland. Dieser Ruf sowie vor allem auch der Name August Macke verpflichten zur Anstrengung, nicht nur die Kandidatinnen und Kandidaten, die für den Preis nominiert werden, aus dem Kreis der profiliertesten ihres Faches zu wählen, sondern auch die externen Juroren, die die Anwärter aus ihrer Kenntnis der nationalen und internationalen Gegenwartskunst heraus vorschlagen. Die einstimmig gewählte Preisträgerin des Jahres 2014 ist Kerstin Brätsch. Auch sie passt hervorragend in das Preisprofil. Sie ist Mitte dreißig und gerade dabei, sich international einen Namen zu machen. Sie hat in Berlin und New York studiert, in der US-amerikanischen Metropole lebt und arbeitet sie auch zur Zeit. Sie trägt die Zukunft in sich, um noch einmal Ammann zu zitieren, der 2005, 2008 und 2011 Jurymitglied war und eine der herausragenden Persönlichkeiten unter der älteren Generation von Museumsleitern in Deutschland ist. Ähnliches lässt sich von Max Hollein als Mitglied der aktuellen Jury sagen, der gegenwärtig zu den bedeutendsten jüngeren Museumsleuten im Lande gehört. Kerstin Brätsch erhielt den August-Macke- Preis am 21. Juni 2014 in der Taufkirche August Mackes zu Meschede, wo seit 2008 die feierliche Zeremonie der Preisverleihung stattfindet. Sie schafft es in einer Zeit, in der in der Malerei wie auch in den neuen digitalen Bildverfahren schon alles erprobt zu sein scheint, doch neue und eigene Wege zu gehen und weist insofern diesem traditionsreichen Medium zukünftige Wege. So erprobt sie neue Bildträger, statt Leinwand z.B. transparente Folien, die auch nicht mehr an die Wand gehängt werden, sondern lichtdurchlässig im Raum hängen. Die Arbeiten variieren Muster, die aus der Natur entnommen sind oder aber am Computer erstellt wurden. Diese Bildobjekte werden nicht selten Teil einer größeren Installation, die den Ausstellungsraum in ein malerisch-plastisches Gefüge verwandelt. Damit sind Kerstin Brätschs Grenzüberschreitungen überlieferter Malerei noch nicht abgeschlossen. Sie überwindet auch die Fixierung auf das einzigartige künstlerische Individuum, indem sie mit ihrer Kollegin Adele Röder das ‚INSTITUT‘ gründete, in dem sie im Künstler- Kollektiv Werke und Ausstellungskonzepte gemeinsam produzieren. Bei allen Unterschieden gibt es doch Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern Kerstin Brätsch und August Macke. Beide schaffen bereits in jungen Jahren ein erstaunlich ausgereiftes Werk. Beide tun dies in der Malerei und beide interessiert dabei unter anderem als wesentlicher Faktor die Wirkung des Lichts. Macke schuf in seinen bekannten Hauptwerken Bilder, in denen er die Farben zum Leuchten bringt, gleichsam von innen heraus, hervorgerufen durch die Modulation der Farbtöne zwischen hell und dunkel, durch die kontrastreiche Gegenüberstellung der Farben und ihr Arrangement in kaleidoskopartig gefügten Flächen, wobei er Impulse des Kubismus aufgriff. Kerstin Brätsch bringt die Farben und Strukturen zum Leuchten, indem sie diese, meist ebenfalls in kontrastierenden Zusammenstellungen, auf transluzide Bahnen aufträgt und, Glasfenstern ähnlich, vom Licht durchscheinen lässt.

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August Macke: Portrait Frau des Künstlers mit Hut, 1909.

Mehr noch als stilistische Bezüge, die sich knüpfen lassen, ohne dass hier ein direktes Verhältnis der Jüngeren zu Impulsen des Klassikers der modernen Kunst konstruiert werden könnte, mehr noch als solche Bezüge lassen sich Gemeinsamkeiten in den Bedingungen finden, unter denen beide ihre Kunst entwickeln bzw. entwickelten. Zugleich lassen sich am Beispiel beider Künstler markante Unterschiede zwischen der Epoche der klassischen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der der entfalteten Postmoderne unserer Zeit erkennen. August Macke war ein moderner Künstler. Das heißt, er schuf sein Werk als eigenständige Schöpfung in bewusster Distanzierung zu überlieferten Traditionen der Malerei. Anfangs orientierte er sich noch an symbolistischer Kunst des späten 19. Jahrhunderts, schon bald aber gab er dies auf unter dem Eindruck der neuen Bildauffassungen der Moderne, wie er sie in Paris im Kubismus und Fauvismus kennenlernte, sowie in München durch seine Kontakte zur ‚Neuen Künstlervereinigung‘. Aus dieser ging ,Der Blaue Reiter‘ hervor, neben der ‚Brücke‘ in Dresden, später Berlin, die bedeutendste Künstler-Gruppe des deutschen Expressionismus. Macke arbeitete hier mit Künstlern wie Wassily Kandinsky und Franz Marc zusammen. Mit letzterem verband ihn eine enge Freundschaft, die auch in einem

kollektiven Werk Ausdruck fand. 1912 malten sie zusammen in Mackes Atelier in Bonn das leider verloren gegangene monumentale Werk ‚Paradies‘. Der Titel spricht für eine künstlerische Grundorientierung, die Macke in seinen reifen Werken fand. Statt symbolischer Bedeutungen wandte er sich den einfachen Dingen des Lebens zu. Er malte Stillleben, er malte Szenen von Spaziergängern am See, im Zoo oder vor Schaufenstern. Und oft war seine Frau Elisabeth Gerhardt sein bevorzugtes Motiv. Im Alltäglichen, was ihn umgab, entdeckte er die Fülle des Lebens und zugleich eine unmittelbare Wahrheit. Diese Sicht auf das Leben, die ihm die Kunst vermittelte und die er bis heute, durch seine Bilder, uns Betrachtern vermittelt, drückt sich aus in seinem Ausspruch: „Ein Kunstwerk ist ein Gesang von der Schönheit der Dinge.“

Macke musste sich sein Werk in bewegten Zeiten, in Zeiten des Umbruchs erarbeiten. Es zeugt von seiner persönlichen Schaffenskraft, dass ihm inmitten dieser Zeiten, in denen alte Orientierungen in der Kunst, in der Weltanschauung nicht mehr verbindlich waren, eine eigene künstlerische Position, eine eigene Sicht auf die Welt gelang und eine eigene Weise, diese zum Ausdruck zu bringen. Und dies bereits als junger Mann. Ähnlich ist es bei Kerstin Brätsch. Auch unsere postmodernen Zeiten sind voller Verunsicherung, voller Wandel und von einer Vielfalt der kulturellen Impulse und Entwicklungen geprägt. Hinzu kommt etwas, was Macke noch nicht kannte, der massive Einfluss der Massenmedien auf unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit. Zur Fülle der elektronischen Bilder kommen die dynamischen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse, die die Globalisierung schafft. Auch Macke lebte international. Er war wiederholt in Frankreich, hatte Freunde unter den dortigen modernen Künstlern, er reiste in die arabische Welt – für die damalige Zeit beides keine Selbstverständlichkeiten. Und doch war die Zeit bis zum Ausbruch der Katastrophe des 1.Weltkrieges, verglichen mit heute, eine ruhigere, entschleunigter als unsere Lebensverhältnisse. So konnte Macke sich auf die Suche nach dem Paradies begeben in seinen Bildern der Alltagsidylle. Die aber in ihrem Stil zur Revolution der neuen Kunst der Moderne einen wesentlichen Beitrag leisteten. Kerstin Brätsch konzentriert sich auch aufs Kleine, malt keine Parolen oder verschlüsselten Symbole. Sie malt Muster, Strukturen und Ornamente. Die Bedeutsamkeit ihrer Kunst liegt darin, wie sie es tut, ähnlich wie bei Macke. Und ähnlich wie er ringt sie ihre eigene, persönliche Bildsprache der unübersichtlichen Vielfalt der kulturellen Verhältnisse ab. Dabei sprühen ihre Bilder nicht vor Lebenslust, wie die reifen Werke Mackes. Ihre Arbeiten sind nüchterner. Es sind Bilder, die in ihrer Technik und in ihren Motiven intellektueller sind. Kunst bewegt sich immer zwischen Intuition und Intellekt, zwischen Emotionalität und Rationalität. Auf dieser Skala menschlichen Ausdrucks arbeitet Brätsch mehr auf der einen, Macke mehr auf der anderen Seite. Dieser nüchterne Blick auf die Dinge ist Brätschs Weise, ihre Position in der Vielfalt der Einflüsse und Bewegungen zu finden. Es wirft die spekulative Frage auf, ob Macke unter heutigen Bedingungen die Muße für seine lebensfrohen Blicke aufs Kleine hätte erarbeiten oder durchhalten können.

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August Macke: Zwei Mädchen im Walde.

Damit kommen wir zur abschließenden Frage, was Macke uns heute wohl noch zu sagen hat. Seine Beliebtheit ist ungebrochen. Ja sie scheint noch zuzunehmen. Renommierte Häuser wie das Bonner Kunstmuseum und das Lenbachhaus in München organisieren zu seinem 100. Todestag eine große Ausstellung zur Künstlerfreundschaft zwischen Macke und Franz Marc. Womöglich kommen Mackes Werke der Sehnsucht nach Beruhigung, nach dem Sinn fürs Unmittelbare, nach der Freude am Dasein entgegen. Trotz oder gerade wegen seines tragischen Schicksals. Für uns heute unfassbar meldete er sich aus der Idylle seines Künstlerlebens inmitten seiner jungen Familie heraus freiwillig zum Dienst an der Front. Er teilte den Enthusiasmus der jungen Generation seiner Zeit für den Feldzug gegen Frankreich, und das, obwohl er doch zur Kunst und den jungen Künstlern dieses Landes so enge Beziehungen unterhielt. Er fiel nach wenigen Kriegswochen. Und doch wirkt er nach. Auch im Sauerland. Obwohl er sich in seinem Leben kaum hier aufgehalten hat und sich auch in seinem Werk keine Spuren zu dieser Landschaft zeigen, ist er doch gegenwärtig. Als Künstler, der uns neue Blicke auf die Wirklichkeit eröffnet hat, der uns eine neue Sicht auf die Welt vermittelt hat, die Sicht seiner Person auf die Dinge, so dass wir fortan diese mit anderen Augen sehen können. Insofern hat er etwas vermocht, was bedeutsame Künstler auszeichnet: Sie eröffnen uns buchstäblich neue Welten. Selbst wenn man hier lebt und sich nicht weiter mit Macke auseinandersetzt, ist er präsent durch den August-Macke-Preis sowie den seit 2009 ebenfalls ausgelobten August-Macke-Förderpreis für junge Künstler aus der Region. Er ist präsent im kulturellen Gedächtnis des Sauerlandes, er ist Teil der kulturellen Identität dieser Landschaft. Er ist dies als stets gegenwärtige Möglichkeit, sich mit ihm zu beschäftigen, einmal genauer hinzusehen, was er uns zu sagen hat, welche Blicke er uns eröffnen kann. Die großen Ausstellungen zu seinem Todesjahr bieten dafür besondere Gelegenheiten. Er hat die Gründung des August-Macke- Kuratoriums inspiriert, welches sich seither der Pflege seines Gedenkens sowie der Förderung der bildenden Kunst im Hochsauerlandkreis widmet. Solche kulturellen Initiativen entstehen durch den Einfluss besonderer Geister, die uns neue Sichtweisen lehren und so unsere Auffassungen von der Wirklichkeit verändern. Es bleibt dann nicht beim Gedächtnis und Andenken. Neue Initiativen werden beflügelt und tragen etwas von dem Geist weiter. So sind im August-Macke-Kuratorium seit der Vergabe durch den Kreis die Vertreter aller Kunstvereine im Hochsauerland vertreten: der deutschlandweit bekannte Kunstverein Arnsberg, das Kunsthaus ,Alte Mühle’ in Schmallenberg mit seinen überregional beachteten Ausstellungen, der noch junge aber rührige Kunstverein östliches Sauerland, der in Brilon mit dem Museum ,Haus Hövener’ kooperiert, die engagierte Papengesellschaft in Marsberg. Im Kuratorium tauschen sie sich aus und planen Projekte, die die einzelnen Gebiete des Flächenkreises auch künstlerisch verbinden. August Macke ist der künstlerische ‚genius loci‘. Um aber dauerhaft präsent zu sein und den Menschen in der Region und darüber hinaus jederzeit, auch über die Verleihung des Macke-Preises und des Förderpreises hinaus, zugänglich zu sein, braucht es eine ‚stabilitas loci‘. Es braucht einen Ort, wo die August-Macke-Preisträger ihre Werke ausstellen und so mit der Bevölkerung in Kontakt treten können. Es braucht einen Ort, wo ihre Werke anwesend bleiben und so wirksam werden für das kulturelle Leben im Kreis. Es braucht einen Ort, wo auch Bilder Mackes im Original gezeigt werden können. Ein solcher Ort ist nun in Vorbereitung: der Erweiterungsbau für die Kunst im Sauerland- Museum in Arnsberg.


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