Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke


Adventskalender aus 100 Jahren –

Eine vorweihnachtliche Ausstellung im Museum Holthausen

von Andrea Brockmann

Wenn die Abende länger und die Nächte kälter werden, steht der Advent vor der Tür. Bei den kleinen wie großen Menschen steigt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Und besonders für die Kleinen wird die Freude durch das tägliche Öffnen eines Türchens im Adventskalender noch geschürt.

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Gerhard Lang / Richard Ernst Kepler: Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“, Reichhold & Lang, München, um 1920, Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Ute Franz-Scarciglia

Wer in Vorfreunde schwelgen will, dem bietet das Westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen in diesem Jahr eine ganz besondere Attraktion. Vom 29. November 2014 bis zum 11. Januar 2015 zeigt die Ausstellung „Adventskalender aus 100 Jahren“ des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin über 200 historische Kalender aus verschiedenen Epochen und gestalterischen Traditionen.

Gedruckte Adventskalender gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Die Ausstellung beginnt mit den „Blättern für den Adventsbaum“, einem Vorläufer unserer Adventskalender, und zeigt dann die ersten gedruckten Kalender des Münchner Verlages Reichhold & Lang. Der Pfarrerssohn Gerhard Lang (1881-1974) gilt als eigentlicher „Erfinder“ der Adventskalender. Lang war ein Pfarrerssohn aus Maulbronn und hatte als Kind von seiner Mutter 24 Wibeles, eine schwäbische

Art des Baisergebäcks, auf einem Karton befestigt, bekommen, um die Tage bis Weihnachten erfassen zu können. Nach einer Buchhändlerlehre ließ er sich 1902 in München nieder. Im Jahr 1903 erschien sein erster Kalender „Im Lande des Christkinds“ (siehe Abbildung). Der als „Weihnachts- Kalender“ bezeichnete lithografische Druck hatte 24 Felder mit Versen. Jeden Tag durfte ein Ausschneidebild über eines der Felder geklebt werden. Am 24. Dezember wurde das weiß gekleidete Christkind aufgeklebt. Insgesamt gab es in 30 Jahren acht verschiedene Ausgaben dieses Kalenders und er wurde vermutlich bis zur Auflösung der Firma 1940 verkauft.

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Adventskalender von Eva Johanna Rubin, Erich Thieme Verlag, Berlin, 1948, Foto: © s.o.

Adventskalender „Erika No. 91“, Mitteldeutsche Kunstanstalt, Heidenau/Sachsen, um 1930

Dora Baum: Christkindleins Haus, Reichhold & Lang, München, um 1920, Foto: © s.o.


Viele klassische, gedruckte Adventskalender verbinden Elemente aus der Bibel, aus Märchen und überlieferten Traditionen in ihren Bildern. Aber schon in den 1920er Jahren hatten die profanen Weihnachtskalender die rein religiösen Adventskalender an Verbreitung überflügelt. Die weitere Entwicklungsgeschichte beschreibt die Kuratorin der Ausstellung, Tina Peschel, ausführlich im reich bebilderten Katalog „Adventskalender. Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren“, der im Verlag der Kunst Dresden erschienen ist.

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Elisabeth Lörcher: Lied-Kalender für die Adventszeit, Richard Sellmer Verlag, Stuttgart, 1947, Foto: ©  s.o.

Thomas Schallnau: ohne Titel [Hochhaus mit Hubschrauber], Planet-Verlag Berlin, 1982, Foto: ©  s.o.

Seit den 1930er Jahren erschienen Adventskalender auch in Schweden und Dänemark, und allmählich breiteten sie sich in ganz Europa aus, zuerst in evangelischen Regionen, später auch in katholischen Gegenden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Druck von Bildkalendern als „kriegsunwichtig“ eingestellt. In der Nachkriegszeit etablierte sich das Format des Adventskalenders, wie wir ihn heute kennen. Nach 1945 trugen amerikanische Besatzungssoldaten zur Verbreitung der Adventskalender auch in den USA bei. Die Produktion orientierte sich nun zunehmend am internationalen Markt, und die Bildkalender wurden allmählich von schokoladengefüllten Kalendern abgelöst. Die Adventszeit – ursprünglich eine Fastenzeit – wurde so zu einer Zeit der süßen Versuchungen.

Einen besonderen Aspekt der Ausstellung bilden die von „volkseigenen“ Verlagen der DDR herausgegebenen Kalender. Obwohl hier nichts auf den christlichen Ursprung des Festes hinwies, bot z. B. der Planet-Verlag Berlin ein erstaunliches Spektrum gut gestalteter Kalender an. Der Planet-Verlag war seit Ende der 1970er Jahre, abgesehen von wenigen christlichen Verlagen, alleiniger und auflagenstärkster Hersteller von Adventskalendern in der DDR. Bis zu 1,3 Millionen Adventskalender wurden jährlich gedruckt.

Westfälisches Schieferbergbau und Heimatmuseum
Kirchstraße 7
57392 Schmallenberg-Holthausen

Telefon 02974/6932
info@museum-holthausen.de
www.museum-holthausen.de

Öffnungszeiten vom 29. 11. 2014 bis 11. 01. 2015:
Mittwoch, Freitag, Samstag: 14.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 10.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr


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